Farrow-&-Ball-Farbfächer mit Musterflächen im Showroom des Malermeisterbetriebs

Farrow & Ball: Warum ein Liter Farbe so viel kostet — und wann er es wert ist

Zwei Musterdöschen stehen auf dem Tisch. Beide sehen aus wie ein warmes Grau. Das eine kostet für den Liter etwa zwölf Euro, das andere über hundert.

Die Frage, die dann fast immer kommt: Ist das nicht dasselbe?

Nein. Aber es ist auch nicht so, dass die teure Farbe immer die richtige ist. Hier steht, wofür Sie bei Farrow & Ball tatsächlich bezahlen, woran Sie den Unterschied sehen — und in welchen Räumen Sie das Geld besser in etwas anderes stecken.

Was Farrow & Ball überhaupt ist

Ein englischer Farbenhersteller aus Dorset, gegründet in den vierziger Jahren, bekannt für eine überschaubare Kollektion von Farbtönen mit Namen statt Nummern. Kein Baumarktprodukt, kein Massensortiment: Statt zehntausend Mischtönen gibt es rund einhundertfünfzig, und jeder davon ist über Jahre entwickelt worden.

Das klingt nach Marketing. Der Effekt ist aber handfest, und er hat mit Physik zu tun.

Wofür Sie wirklich bezahlen

Pigment statt Füllstoff

Jede Wandfarbe besteht aus Bindemittel, Pigment, Wasser und Füllstoffen. Billige Farbe spart am Pigment und ersetzt es durch Kreide oder Kalkstein — das deckt zwar, aber die Fläche wirkt flach und kreidig. Farrow & Ball arbeitet mit einer hohen Pigmentdichte und verwendet dabei auffällig viele Erd- und Mineralpigmente.

Praktisch heißt das: Die Farbe hat mehr Substanz pro Liter. Sie deckt in zwei Anstrichen, wo günstige Ware drei braucht, und der Ton bleibt über Jahre stabiler, statt auszubleichen. Ein Teil des Preisunterschieds holt sich das über den eingesparten dritten Arbeitsgang zurück — nicht der ganze, aber ein Teil.

Die Tiefe, die man nicht fotografieren kann

Das eigentliche Argument. Viele Farrow-&-Ball-Töne sind nicht aus einem einzigen Pigment gemischt, sondern aus mehreren — oft mit einem Schuss Schwarz oder Umbra darin. Dadurch verändert sich die Wand mit dem Licht: Morgens wirkt sie kühler, am Abend wärmer, bei Kunstlicht wieder anders.

Genau das lässt sich am Bildschirm nicht darstellen und auf Fotos nur ahnen. Wer einen Farbton nach einem Instagram-Bild aussucht, ist deshalb regelmäßig enttäuscht — nicht weil die Farbe schlecht wäre, sondern weil das Bild die Eigenschaft wegrechnet, für die man bezahlt.

Eine Kollektion, in der sich nichts beißt

Die Töne sind aufeinander abgestimmt. Sie können ein Wohnzimmer in einem hellen Ton streichen, die Türen in einem dunkleren aus derselben Familie und die Decke in einem gebrochenen Weiß, und es passt zusammen, ohne dass Sie gestalten müssen. Bei einem Baumarktfächer mit zehntausend Tönen ist das ein Glücksspiel.

Töne, nach denen bei uns am häufigsten gefragt wird

Namen, die Sie sich merken können, wenn Sie in den Fächer schauen:

  • Railings — ein sehr dunkles Blauschwarz. Auf Fenstern und Türen außen ein Klassiker, innen als Akzentwand erstaunlich warm.
  • Hague Blue — tiefes Petrolblau. Der Ton, der aus einem kleinen Gästezimmer oder einem Gäste-WC etwas macht, das man zeigt.
  • Elephant’s Breath — warmes Graubeige mit einem Hauch Magenta. Der wandelbarste Ton im Programm, funktioniert in fast jedem Licht.
  • Downpipe — mittleres Grau mit Blauanteil. Für Küchenfronten und Einbauschränke unser häufigster Vorschlag.
  • Setting Plaster — ein rosiges Puderton, das nichts von Kinderzimmerrosa hat, sondern nach altem Kalkputz aussieht.
  • Wimborne White und Pointing — zwei gebrochene Weißtöne. Kein Weiß aus dem Eimer, sondern eines, das neben Farbe nicht kalt wirkt.

Diese Liste ist keine Empfehlung ins Blaue. Welcher Ton in Ihrem Raum funktioniert, hängt davon ab, wohin die Fenster zeigen — und das sieht man erst an der Wand.

Die Finishes und wo sie hingehören

Der Fehler, der bei Farrow & Ball am häufigsten passiert, ist nicht der falsche Farbton. Es ist der falsche Glanzgrad.

Estate Emulsion ist die matte Wandfarbe mit rund zwei Prozent Glanz. Sie ist der Grund, warum diese Wände so satt aussehen — und sie ist empfindlich. Für Wohn- und Schlafzimmer perfekt, im Flur mit Kinderrädern nicht.

Modern Emulsion hat rund sieben Prozent Glanz, ist abwaschbar und schimmelhemmender. Die richtige Wahl für Bad, Küche, Flur und alles, was Fingerabdrücke sieht.

Estate Eggshell mit rund zwanzig Prozent ist die Variante für Holz und Metall im Innenraum: Türen, Zargen, Fußleisten, Einbaumöbel. Wer mehr Glanz will, nimmt Modern Eggshell oder Full Gloss.

Für außen gibt es eigene Systeme für Mauerwerk und für Holz. Wir sagen Ihnen, welches Produkt auf welches Bauteil gehört — das ist keine Geschmacksfrage, sondern eine technische.

Wann sich Farrow & Ball nicht lohnt

Weil wir nicht alles verkaufen wollen, was wir verkaufen könnten, hier die Gegenrede.

In der Mietwohnung, aus der Sie nächstes Jahr ausziehen. Dann ist die Farbe ein Geschenk an den Nachmieter.

Auf einem Untergrund, der nicht in Ordnung ist. Und das ist der wichtigste Punkt. Eine matte Premiumfarbe zeigt jede Delle, jeden Kleisterrest und jeden ausgebesserten Riss schonungsloser als jede Baumarktfarbe. Wenn das Budget begrenzt ist, holen Sie deutlich mehr heraus, wenn Sie es in Spachteln, Schleifen und Grundieren stecken und dann eine gute mittlere Farbe verwenden. Warum die Vorarbeit über den Preis entscheidet, haben wir in unserem Artikel Was kostet ein Maler? aufgeschrieben.

In Räumen ohne Tageslichtwechsel. Ein innenliegendes Bad ohne Fenster bekommt von der Lichtabhängigkeit dieser Töne nichts mitgeteilt. Dort zahlen Sie für eine Eigenschaft, die der Raum nicht abrufen kann.

Auf Flächen, die viel abbekommen. Treppenhaus, Kinderzimmerwand in Griffhöhe, Gewerbeflur. Nehmen Sie dort ein abwaschbares Finish oder ein anderes Produkt.

Warum die Verarbeitung hier mehr zählt als sonst

Matte Farbe mit hoher Pigmentdichte verzeiht keine Schlampigkeit. Drei Dinge entscheiden über das Ergebnis.

Der Untergrund muss gleichmäßig saugen. Wo die Wand an einer Stelle stärker zieht als an der nächsten, entstehen matte und glänzende Zonen im selben Farbton. Deshalb wird grundiert, und zwar mit einer Grundierung, die zur Farbtongruppe passt — bei dunklen Tönen eine getönte, sonst brauchen Sie einen Anstrich mehr.

Es wird nass in nass gearbeitet. Wer eine Wand in Etappen streicht und die Kante antrocknen lässt, sieht den Ansatz hinterher im Streiflicht. Bei matten Tiefenfarben ist das nicht wegzupolieren, sondern nur neu zu machen.

Zwei volle Anstriche, nicht anderthalb. Der erste Anstrich sieht bei vielen Tönen schon gut aus. Der zweite ist der, der die Tiefe bringt.

Wie wir vorgehen

Wir arbeiten bei Farrow & Ball nie ohne Muster. Sie kommen in unseren Showroom am Fürstenwall 70 in Düsseldorf, wo die Fächer und Musterflächen liegen — dort sehen Sie die Töne in echtem Licht statt auf einem Display. Wir nehmen dann zwei oder drei Kandidaten mit zu Ihnen, streichen Probeflächen an der Wand, um die es geht, und lassen sie ein paar Tage stehen. Was am Vormittag überzeugt, kann abends bei Lampenlicht kippen.

Erst danach wird bestellt. Das kostet ein paar Tage und verhindert die Enttäuschung, für die niemand gern bezahlt.

Wer die Wirkung nicht über den Farbton, sondern über die Oberfläche sucht, findet sie bei unseren kreativen Oberflächen und den Edelputzen — dort entsteht Tiefe durch Material statt durch Pigment. Alles zu unseren Farrow-&-Ball-Arbeiten und zum klassischen Innenanstrich steht auf den jeweiligen Seiten.

Jetzt Farbberatung anfragen

Schreiben Sie uns, um welchen Raum es geht und in welche Richtung die Fenster zeigen — wir kommen vorbei, schauen uns das Licht an und legen Probeflächen an. In Düsseldorf meist innerhalb weniger Tage, in Ratingen ebenso.

Telefon: 0211 87979968
E-Mail: info@mittler-maler.de
Oder direkt über das Anfrageformular.

Tobias Mittler Malermeisterbetrieb · Tichauer Weg 42 · 40231 Düsseldorf
Showroom: Fürstenwall 70 · Tätig in Düsseldorf, Ratingen und im Kreis Mettmann.

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